CSS3 Buch für mehr Usability: Modernes Webdesign mit CSS von Heiko Stiegert, Galileo Design

Den Umgang mit CSS-Designs lernt man besten durch Übung und Praxis im Webdesign-Kontext. Denn funktioniert ein bestimmter Effekt im neuen Layout nicht so wie erwartet, gibt es keine Lösung von Stange. Dann heißt es, in eigener Regie der Sache auf den Grund zu gehen. Da CSS inzwischen immer vielseitiger und gleichzeitig zeitsparender im Webdesign eingesetzt werden kann, lohnt es sich, hier am Ball zu bleiben.

Um mir aktuelles Wissen draufzuschaffen, schmökere ich immer noch am liebsten Fachbücher, welche einerseits das notwendige Handwerkzeug vermitteln, andererseits aber auch in kreativer Hinsicht inspirieren und so den Horizont erweitern. Aus diesem Grund haben für mich Bücher gegenüber Web-Tutorials nach wie vor  den “gewissen” Mehrwert.

Neben den Veröffentlichungen internationaler CSS-Pioniere wie Eric Meyer, Andy Budd, Andy Clarke oder Charles Wyke-Smith fiel mir vor einigen Jahren auch ein Buch des Berliner Webentwicklers Heiko Stiegert besonders positiv auf. Dieses war unter dem viel zu bescheidenen Titel “CSS-Design. Die Tutorials für Einsteiger” – 2008 im
Galileo-Verlag  erschienen. Voll gepackt mit wertvollen Tipps, die das Leben eines Webdesigners leichter machen können, deckten die Tutorials von Herr Stiegert längst
nicht nur Grundlagenwissen ab, sondern boten interessante Ansätze auch für
fortgeschrittene CSS-Bastler.

Ende Juli 2011 erschien im Galileo Verlag mit Modernes Webdesign mit CSS(Achtung! Nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls lesenswerten Webdesign-Buch von Manuela Hoffmann, das fast den gleichen Titel trägt) nun ein überaus lohnenswerter
Nachfolger, da die neuen Workshops nun komplett auf CSS3 zugeschnitten sind.

Schritt für Schritt zur perfekten Website…

In vier große Hauptkapitel unterteilt, decken die neuen CSS-Workshops die komplette Bandbreite eines modernen Webdesigns ab. Und nicht nur das: Durchgängig
integriert ist auch Web-Performance-Optimierung, ein Aspekt, der zwar eher von wirtschaftlicher Bedeutung ist, ohne den aber kreative Leistung schnell zur brotlosen Kunst wird. Daher Hand aufs Herz: Mit einer Website lässt sich erst dann Geld verdienen, wenn sie im Web gut gefunden wird, problemlos bedienbar ist und beim Besucher die gewünschte Aufmerksamkeit erzeugt. Nicht zuletzt fällt dabei auch  das
entscheidende Zauberwort “Conversion“.

….von den Grundlagen in Teil I

Auch wenn sich Modernes Webdesign mit CSS wohl eher an erfahrene Webdesigner richtet, wird im ersten Teil des Buchs noch einmal ordentliches Kompaktwissen vermittelt – angefangen von der Einbindung einer CSS-Datei über die wichtigsten Regeln und  Maßeinheiten, das Positionieren und Stapeln von Elementen  bis hinzu den gängigen Layouttypen: fixes, fließendes und elastisches Design. Ebenso angesprochen werden
Sonderkonzepte für den Umgang mit dem zuweilen etwas zickigen Internet Explorer
und älteren Browserversionen, des Weiteren gibt es Hilfen zum Debugging und zur
Validierung

…zur Strukturierung und Gestaltung von Kopf bis Fuß:
Seitenelemente in Teil II

Im zweiten Teil beschäftigen sich die Workshops sich mit der Strukturierung einer Websites. Eine benutzerfreundliche Tab-Navigation (auch ohne Grafiken!), Techniken zur Verschönerung von Slogans, Aufmachern und Logos (Stichwort “Runde Ecken”), Tabellen und animierten Bildern sowie ein individuell gestalteter Footer sind allesamt Themen, die allesamt für einen eigenen Workshop bestens geeignet sind – nicht zuletzt die Realisation einer Bildergalerie mit Lightbox-Effekt OHNE den Einsatz von Javascript. Ob allerdings ein Hintergrundbild per CSS automatisch an jeden Viewport angepasst werden sollte,  darf jeder Webdesigner für selbst entscheiden. Ich persönlich wäre da lieber etwas vorsichtig.

Besonders gut finde ich , dass Herr Stiegert sich nicht auf CSS-Techniken reduziert, sondern immer wieder auch Gestaltungsprinzipien erläutert,  wie zum Beispiel das Erstellen eines Farbschemas (mit der Online-Anwendung Kuler von Adobe) oder den Umgang mit Bildmarke und Webschriften (Google Font API) .

…..über Tipps und Tricks zu aktuellen Trends im Web: Teil III

Im dritten Kapitel wird nun die Brücke zur täglichen Webpraxis vollendet. Die ersten Workshops stellen zwei Blogdesigns vor – einmal im Grunge-Stil (mit dem Parallax-Effekt, einem witzigen Trick aus den Kindertagen der Computergrafik) und als Retro-Ausgabe mit diversen Schmuckelementen und Fokus auf  einen optisch ansprechenden
Kommentarbereichs. Das Beispiel einer  Freelancer-Website legt hingegen mehr Wert auf die Gestaltung des Portfolios während im folgenden Online-Shop eher Usability-Aspekte für Vertrauen und Glaubwürdigkeit ins Gewicht fallen: Brotkrümel-Navigation, umfangreiche Online-Formulare und Call-to-Action-Elemente - letztere spielen für den Erfolg einer Landing-Page schon fast die wichtigste Rolle. Last but not
least gibt es Tipps zu Media-Queries, welche flexible Layouts für unterschiedliche
Ausgabemedien ermöglichen

…dann ein Ausblick auf das semantische Web 3.0: Teil IV

Im letzten Kapitel geht es um die kreative Gestaltung mit CSS 3. Dazu gehören der Akkordeon-Effekt ohne Javascript, kreativ gestaltete Listenelemente, vielseitige Darstellungsvarianten im Viewport durch Media-Queries und ansprechendes Webdesign für mobile Geräte – hier auf Basis von jQuery Mobile und am Beispiel eines Apple iPhones.

…und schließlich eine DVD mit allen Übungsbeispielen und 9 ergänzenden Video-Tutorials

Fazit: Für meinen Geschmack ist  Modernes Webdesign mit CSS von Heiko Stiegert die zur Zeit beste Veröffentlichung zum Thema. Weitere Informationen zum Buch findet Ihr auch in folgendem Weblog: http://webstandard.kulando.de/static/modernes-webdesign-mit-css

 

 

 

 

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